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Porträt Herzog Friedrich VIII.

Porträt Herzog Friedrich VIII.

Gemalt von
Julius Fürst
1918
Kopie eines früheren
Gemäldes von (vermutlich)
Chr. Mehrgenersen

Öl
81 x 106,5 cm 

 

Das Porträt hängt
in der Galerie vor dem
Ratssaal des Rathauses 

 

Der Porträtierte

Herzog Friedrich VIII., geb. 6. Juli 1829, gest. 14. Januar 1880 

Friedrich Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg entstammte der Augustenburger Linie, einer jüngeren Linie des dänischen Königshauses.

Im Jahr 1863 versuchte er seine Erbansprüche auf Schleswig und Holstein durchzusetzen. Am 16. November 1863 wandte er sich mit der Proklamation "Schleswig-Holsteiner!" an die Bewohner der Herzogtümer. Der Ausspruch: "Mein Recht ist eure Rettung" zeigte in der Öffentlichkeit Wirkung. Von Seiten der Bevölkerung und vom Deutschen Bund wurden seine Ansprüche anerkannt.

Allerdings waren sie unvereinbar mit der Politik des preußischen Kanzlers Otto von Bismarck, der ein deutsches Kaiserreich unter preußischer Führung anstrebte. Nach der Niederlage Dänemarks gegen Preußen und Österreich 1864 erzwang Bismarck Friedrichs Rücktritt. Die Eingliederung (Annexion) der Herzogtümer als Provinz Schleswig-Holstein in das Königreich Preußen setzte 1867 dem Anspruch der Augustenburger endgültig ein Ende. Friedrich VIII. blieb der letzte - nicht allgemein anerkannte - Landesherr Schleswig-Holsteins.

Die Tochter von Friedrich VIII., Auguste Viktoria, heiratete 1881 Prinz Wilhelm von Preußen, den späteren Kaiser Wilhelm II..

Der Künstler

Julius Fürst, geb. 04.04.1861 Dänischenhagen als Sohn eines Kleinbauern, gest. 19.03.1938 Kiel.

Nach der Ausbildung zum Bildhauer in den 1880er Jahren Studium der Malerei an den Kunstakademien Berlin und München.

Fürst wohnte seit 1892 in Kiel. Bevor er sich um die Jahrhundertwende der Freilichtmalerei zuwandte, schuf er hauptsächlich Porträts von Prominenten und Genrebilder in dunklen Farbtönen. Er war außerdem als Zeichner wissenschaftlicher, landeskundlicher und heimatgeschichtlicher Illustrationen bekannt. Vor allem die heimatliche Landschaft in der Umgebung Kiels hielt Fürst in seiner Plein-Air-Malerei fest.

Er war mit seinen Werken auf großen Kunstausstellungen in Berlin und München vertreten.

1903 bis 1920 führte er die Geschäfte des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins.

Weiterführende Literatur

Literatur zu Herzog Friedrich VIII.:

  • Hennings, Hans Harald: Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5 (Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9) S. 586-588
  • Lorenzen-Schmidt, Klaus-Joachim/Pelc, Ortwin: Schleswig-Holstein Lexikon (Wachholtz, Neumünster 2000), S. 37


Literatur zu Julius Fürst:

  • Wolf-Timm, Telse: Georg Burmester und sein Kreis. Landschaftsmalerei in der Fördegalerie des Kieler Stadtmuseums (Neumünster 2004)