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Porträt Oberstadtdirektor Walther Lehmkuhl

Porträt Oberstadtdirektor Walther Lehmkuhl

Gemalt von
Harald Duwe
1969

Öl auf Leinwand
74 x 100 cm 

 

Das Porträt hängt
in der Galerie vor dem
Ratssaal des Rathauses 

 

Der Porträtierte

Walther Lehmkuhl, geb. 21. Mai 1905 Gaarden (heute Kiel), gest. 22. November 1970 Neumünster

Amtszeit 1945 - 1950

Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges besetzten die Briten Kiel. Die britische Miliärregierung ernannte eine Stadtvertretung von 49 Mitgliedern, der die Aufgabe zugewiesen wurde, eine Gemeindeverfassung nach britischen Vorbild zu erarbeiten. Wesentliches Merkmal dieser Gemeindeverfassung war die Gewaltenteilung, d.h. die Trennung von politischen und verwaltungsrechtlichen Aufgaben. Dem Oberbürgermeister kamen danach rein politische Aufgaben zu; für die verwaltungsrechtliche Seite war der Oberstadtdirektor verantwortlich.

Zum Oberstadtdirektor (Leiter der Verwaltung) wurde am 27. Dezember 1945 von der Stadtvertretung Walther Lehmkuhl gewählt. Er hatte auf der Germaniawerft das Schlosserhandwerk gelernt, sich fortgebildet und ein Jurastudium mit Schwerpunkt Devisenrecht abgeschlossen. Während des Nationalsozialismus war er vorwiegend im Reichswirtschaftsministerium tätig gewesen. Als Kiels Oberstadtdirektor und Wirtschaftsdezernent war er die Rechte Hand des Oberbürgermeisters, der ab Oktober 1946 Andreas Gayk hieß. Gemeinsam bewältigten sie die ersten Jahre des Wiederaufbaus der weitgehend zerstörten Stadt.

1950 wurde Lehmkuhl zum Oberbürgermeister der Stadt Neumünster gewählt, was er bis 1970 blieb. In seiner Amtszeit trieb er den Aufbau der Stadt zu einer modernen Industriestadt voran. Außerdem war Lehmkuhl immer auch in überörtlichen und überregionalen Gremien aktiv. 

Nach seinem Weggang aus Kiel erhielt die Stadt wieder eine Magistratsverfassung, so dass Walther Lehmkuhl der einzige Oberstadtdirektor Kiels blieb.

(Stadtarchiv, nach Kieler Nachrichten, 21.05.1970 und 24.11.1970)

Der Künstler

Harald Duwe, geb. 28.01.1926 Hamburg, gest. 15.06.1984 Tremsbüttel in Folge eines Verkehrsunfalls.

Lehre als Lithograph, 1943-1945 Kriegsdienst, 1946-1950 Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg bei Willem Grimm und an der Kunstakademie Stockholm.

1951 Heirat mit der Malerin Heilwig Ploog, drei Kinder, die alle ebenfalls die Kunst als Beruf wählen.

Seit 1954 freischaffender Künstler, zunächst mit geringem Erfolg. 1964-1977 Lehrer für räumliches Darstellen an der Ingenieurschule für Fahrzeugtechnik in Hamburg.

1965 erste Einzelausstellung  in Marburg, 1966 Stipendium des Landes Schleswig-Holstein für die Cité des Arts, Paris.

1969 Beteiligung am Bundestagswahlkampf für die SPD.

Ab 1975 Dozent, 1977 Professor für Malerei an der Fachhochschule Kiel, Fachbereich Gestaltung (ehem. Muthesius-Schule).

1970 Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg, 1981 Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel.

"Als Maler bin ich Realist. Mein Hauptinteresse gilt dem Menschen. Dem Einzelnen oder dem in der Gesellschaft Handelnden." H.D., 1982.

Weiterführende Literatur

Literatur zu Walther Lehmkuhl liegt bisher nicht vor.

Literatur zu Harald Duwe:

  • Feddersen, Berend Harke: Schleswig-Holsteinisches Künstler-Lexikon (Niebüll 2005)
  • Jensen, Jens Christian: Harald Duwe 1926-1984. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien (München 1987)
  • Rothert, Hans-F.: Kieler Lebensläufe aus sechs Jahrhunderten (Wachholtz, Neumünster 2006), S. 71-74
  • Tillmann, Doris / Rosenplänter, Johannes (Hrsg.): Kiel-Lexikon (Wachholtz, Neumünster 2011), S. 71
  • Im Internet: http://www.harald-duwe.de (Stand 20.08.2012)