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Feuerwehr & Rettungsdienst

Warum ist der Rettungsdienst bei einer Berufsfeuerwehr gut aufgehoben?

Moderne Berufsfeuerwehren gewährleisten die nahtlose Durchführung aller Rettungskomponenten in einer organisatorischen Einheit mit eingespielten, in Einsätzen und Trainings vielfach erprobten Arbeitsprozessen.

Durch eine konkurrenzlos breite Ausbildung und das Training des Personals in Brandbekämpfung sowie technischer und medizinischer Rettung ist ein schnittstellenfreies Abarbeiten komplexer Rettungsprozesse möglich.

Jeder Mitarbeiter, gleich in welcher Funktion er gerade eingesetzt ist, kennt die Arbeitstechniken und -abläufe der anderen Funktionen sicher und ist in der Lage sie vorherzusehen.

First Responder

First Responder
First Responder Einheit

Seit einigen Jahren setzt die Berufsfeuerwehr im alltäglichen Einsatzdienst sogenannte First Responder ein.

Die Kieler First Responder-Einheit ist ein zusätzliches Glied in der Rettungsdienstkette zwischen einer Laienhilfe und dem hochqualifizierten Rettungsdienst.

Die Grundidee, Sondereinheiten der Feuerwehr als sogenannte Ersthelfer (First Responder) zu medizinischen Notfällen einzusetzen, stammt aus den USA. Beamtinnen und Beamten der Löschzugbesatzungen übernehmen diese Aufgabe.

Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) kommt immer dann zum Einsatz, wenn vorhandene Rettungswagen (RTW) einen Notfallort aufgrund vieler Einsätze nicht anfahren können.

Mit den eingesetzten Beamtinnen und Beamten in einem First Responder Einsatz, kann das höher qualifizierte Feuerwehrpersonal als Helfer vor Ort die Zeit zwischen dem Eintreten des Notfalls und der medizinischen Erstversorgung des Patienten verkürzen.

Je schneller ein Notfallpatient medizinisch erstversorgt ist, desto höher sind seine Chancen für eine erfolgreiche Genesung.

Das von der Integrierten Regional Leitstelle Mitte eingesetzte First Responderpersonal verbleibt so lange an einem Einsatzort, bis ein Rettungs-oder Notarztwagen eingetroffen ist.

Zur Grundausstattung der First-Responder-Einheit auf den Hilfeleistungslöschfahrzeugen (HLF) gehören:

First Responder Ausstattung
First Responder Ausstattung

• Automatischer Externer Defibrillator (AED) zur Unterstützung von Wiederbelebungsmaßnahmen

• Erstversorgungsrucksack mit medizinischen Verbrauchsmaterialien wie Infusionen, Kanülen, Spritzen, Verbandsmaterial, handbetriebener Sekretabsaugpumpe

• Notfalltasche Sauerstoff (Oxybag) mit Beatmungsbeutel, diversen Beatmungsmasken und einer medizinische Sauerstoffflasche

• Tasche mit verschiedenen Stabilisierungsstützkragen bei Verletzungen der Halswirbelsäule

Nahtloser Übergang zwischen technischer und medizinischer Hilfe

Mehrzweckboot der Berufsfeuerwehr
Mehrzweckboot der Berufsfeuerwehr

Zeitverluste für aufwändige Instruktionen und Abstimmungen zwischen technischer und medizinischer Rettung entfallen. Das Risiko Fehler durch mangelnde Kenntnis über die Vorgehensweisen und Prioritäten der anderen zu machen sinkt.

Die Mehrfachqualifikation der Feuerwehrkräfte als medizinisches und technisches Rettungsfachpersonal ist auch im Regelrettungsdienst überlegen.

Rettungskräfte der Feuerwehr sind die ersten professionellen Helfer am Unfallort und in der Lage Gefahren an Einsatzstellen rasch zu identifizieren, auszuschalten und technische Rettungsmaßnahmen zu beginnen.

Die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr führen eine Grundausstattung an Werkzeugen mit. Feuerwehr-Rettungsassistenten können mit den Werkzeugen  - aufgrund ihrer Kenntnisse unabhängig vom Löschzug  - lebensrettende technische Maßnahmen ergreifen.

Sie sind beispielsweise in der Lage Fahrzeugwracks oder verschlossene Wohnungen zu öffnen oder Personen aus dem Wasser zu retten.

Notfallmedizin auch in Gefahrenbereichen

Nahezu konkurrenzlos ist ein feuerwehrbasiertes Rettungssystem bei notfallmedizinischer Versorgung innerhalb eines Gefahrenbereiches.

Feuerwehrbeamte sind als einzige Rettungskräfte dafür ausgebildet und trainiert sich in Gefahrenbereichen zu bewegen und dort gegebenenfalls zu helfen.

Rettung eines Patienten durch die Höhenrettungsgruppe
Rettung eines Patienten

Solche Einsatzsituationen entstehen, wenn das Retten von Patienten aus Gefahrenbereichen schwierig oder zeitaufwändig ist, eine notfallmedizinische Versorgung aber sofort gebraucht wird. Beispiele solcher immer wieder auftretenden Einsatzlagen sind:

  • Schwerverletzte durch Absturz, zum Beispiel in Baugruben, Schächten oder Schiffsrümpfen, mit sofort notwendiger Therapie (Beatmung, Blutersatzinfusionen) vor und während der Rettung aus der Tiefe
  • Lebensbedrohliche Ereignisse (Herzinfarkt, Asthma-Anfall etc.) auf Dächern, Gerüsten, Kränen, Industrieanlagen
  • Eingeklemmte oder Verschüttete in Gefahrenbereichen, wie Fahrzeug- oder Waggonwracks, Baustellen, brand- oder explosionsgeschädigten Gebäuden, Industrieanlagen)

Unschätzbare Reserve

Einsatz mit der Polizei bei einer Amok-Lage
 Gemeinsamer Einsatz mit der Polizei

Die Ausbildung und Routine bei der Menschenrettung ermöglichen es, alle Berufsfeuerwehrkräfte flexibel so einzusetzen, wie es die Einsatzlage erfordert. 

Bei großen Notfallereignissen können Feuerwehrbeamte aus Löschzugfunktionen nahtlos als Rettungsassistenten Verletzte versorgen und damit den Regelrettungsdienst entlasten.

Großstädte mit feuerwehrbasiertem Rettungssystem verfügen also über eine unschätzbare Reserve von hochqualifiziertem und sofort einsatzbereitem Rettungspersonal.

Die Kieler Bevölkerung profitiert auch außerhalb von Großschadenslagen stetig von dieser Reserve, indem Löschfahrzeuge zur rettungsdienstlichen Spitzenabdeckung eingesetzt werden - das heißt zu Notrufen ausrücken, wenn akut kein Rettungswagen frei ist.

Alle Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr verfügen über eine rettungsmedizinische Ausstattung; sie erlaubt zusammen mit der Doppelqualifikation des Feuerwehrbeamten Interventionen bis hin zur erweiterten Wiederbelebung (Advanced Cardiac Life Support), auch wenn der Regelrettungsdienst überlastet ist.