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Kieler Gewässer ökologisch verbessern

Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss. 
(Aus den Erwägungsgründen - Präambel 1 - der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie)

Naturnaher Bachverlauf
Naturnaher Bachverlauf
(Quelle: A. Maaß, Umweltschutzamt)

Seit dem Jahr 2000 ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) für alle Mitglieder der Europäischen Staaten in Kraft. Bis 2015 beziehungsweise bis 2027 sollen nach den ehrgeizigen Zielen der WRRL alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand versetzt und das Grundwasser vor schädlichen Einflüssen geschützt werden.
Die Hauptziele der Wasserrahmenrichtlinie sind das Erreichen

  • des guten ökologischen und chemischen Zustands aller natürlichen Oberflächengewässer in der EU (Art. 4.1 WRRL),
  • des guten ökologischen Potenzials und guten chemischen Zustands für künstliche und natürliche, aber erheblich veränderte  Gewässer (Art. 4.1 WRRL) und
  • des guten chemischen und mengenmäßigen Zustands des Grundwasserkörpers (Art. 4.1 WRRL). 

Die Instrumente

Bewirtschaftungspläne mit Maßnahmenprogramme sind dabei die zentralen Instrumente der WRRL. Sie sind in drei Bewirtschaftungszeiträume unterteilt: bis 2015 , von 2015 bis 2021 und von 2021 bis 2027. Für jeden Bewirtschaftungszeitraum sind die Gewässer neu zu bewerten. Maßnahmenprogramme sind ein Teil des Bewirtschaftungsplans und werden aufgestellt, wenn die Zustandsanalyse für die Gewässer ergibt, dass die Umweltziele derzeit nach Art. 4 WRRL nicht erreicht sind.
Dies geschieht auf Grundlage der zuvor erstellten Beschreibungen, Gewässerbewertungen und konkretisierten Zielsetzungen, wenn die Zielerreichung nur durch die Realisierung von Maßnahmen geschehen kann. Zur Zeit werden die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für den 2. Bewirtschaftungszeitraum (2015 bis 2021) aufgestellt.

Praktische Umsetzung

Im Zuge der Umsetzung von Maßnahmen im ersten Bewirtschaftungszeitraum (bis 2015) sind in Kiel bisher zwei Maßnahmen umgesetzt worden, eine dritte Maßnahme ist beantragt worden:

  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Schwentine durch Einbau eines Mäanderfischpasses und eines Borstenfischpasses an der alten Schwentinebrücke (2009)
  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit im Gewässersystem Schlüsbek/Wellsau durch Wiederanbindung der Schlüsbek an die Wellsau (2012)
  • Strukturverbessernde Maßnahmen, Initialmaßnahmen zur eigendynamischen Entwicklung und naturnaher Ausbau der Wellsau (2014)

Kontakt

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Umweltschutzamt
Untere Wasserbehörde
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24103 Kiel
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Telefax: 0431 / 901-63766
E-Mail Angela.Maass@kiel.de