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Masterplan 100% Klimaschutz

Der Projekthintergrund

Das Bundesumweltministerium unterstützt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative Kommunen bei ihren Klimaschutzaktivitäten. Hierzu gehört auch das Förderprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“.

Die einjährige Konzepterstellung und die daran anschließende dreijährige Umsetzungsphase werden im Auftrag des Bundesministeriums durch ein Team von Wissenschaftler*innen begleitet. Die Förderung erfolgt durch einen Zuschuss in Höhe von 95 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf www.klimaschutz.de.

Der Masterplan 100 % Klimaschutz beschreibt, mit welchen Maßnahmen es Kiel gelingen kann bis 2050 den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent zu reduzieren und den Endenergieverbrauch zu halbieren.

Kiel wird klimaneutral

Titelblatt des Flyers

Seit 1995 ist Kiel als Klimaschutzstadt aktiv. Um diesem Anspruch auch weiterhin gerecht zu werden, hat sich die Landeshauptstadt Kiel neue Ziele gesetzt: Bis 2050 soll in Kiel der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent reduziert und der Endenergieverbrauch halbiert werden.

Erfolgreich hatte sich die Stadt im Jahr 2015 nach einem Ratsbeschluss um Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beworben.

Anwärter-Kommunen mussten langjähriges Engagement vorweisen können - gut 20 Jahre Klimaschutz in Kiel waren eine geeignete Grundlage für die Bewerbung. Die Fördermittel unterstützen die einjährige Erstellung des „Masterplans 100 % Klimaschutz“ sowie die Umsetzung erster Klimaschutzmaßnahmen in den Folgejahren.

Weitere Kommunen und Zusammenschlüsse

Mit der Teilnahme am Förderprogramm übernimmt die Landeshauptstadt Kiel eine Vorreiterrolle für den lokalen Klimaschutz. Deutschlandweit nehmen 21 weitere Kommunen an dem Programm teil. Dies sind:

Deutschlandkarte mit orangen und blauen Punkten
Aktuelle und neue Masterplankommunen 2016

Region Flensburg/Amt Eggebek,
Universitäts- und Hansestadt Greifswald,
Landkreise Hameln-Pyrmont mit Schaumburg und Holzminden, Flecken Steyerberg,
Stadt Emden, Landkreis Lüchow-Dannenberg,
Zweckverband Großraum Braunschweig,
Landeshauptstadt Potsdam,
Landeshauptstadt Magdeburg,
Kreis Lippe, Stadt Rietberg, Stadt Beckum,
Stadt Münster, Landkreis Gießen,
Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen,
Landeshauptstadt Mainz, Landkreis Cochem-Zell, Stadt Kaiserslautern,
Verbandsgemeinde Birkenfeld, Landeshauptstadt Stuttgart und Landkreis Oberallgäu.

Was passiert als Nächstes?

Jetzt gilt es zusammenzutragen, was jeder in den nächsten Jahren beitragen kann - die Stadt selbst, die Wissenschaft und Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger.

Natürlich hat die Landeshauptstadt Kiel dabei eine besondere Verantwortung, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Vieles wurde schon erreicht oder angestoßen, der „Masterplan 100% Klimaschutz“ soll die Anstrengungen nun noch besser bündeln, weiter vorantreiben und ergänzen.

Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt vier Jahre und ist gegliedert in eine einjährige Konzeptphase ab dem Sommer 2016 und eine anschließende geförderte Umsetzungsphase von drei Jahren. Weitere Informationen finden Sie im Projektablauf.

Das Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ bietet allen Interessierten eine Plattform zum Mitdenken und Gestalten.

Das Masterplan-Konzept wird bis zum Sommer 2017 durch das Flensburger Beratungsbüro SCS Hohmeyer I Partner GmbH erstellt. Zunächst wird dafür das vorhandene Potenzial zur Einsparung von CO2-Emissionen und zur Senkung des Endenergiebedarfs ermittelt.

Gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden realistisch umsetzbare Maßnahmen entwickelt, mit denen die angestrebten Klimaschutzziele erreicht werden können.

Der Plan als Ergebnis des Analyse- und Beteiligungsprozesses wird im Herbst 2017 der Kieler Ratsversammlung zum Beschluss vorgelegt. 


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Der Projektablauf

Bis Sommer 2017 wird durch SCS Hohmeyer | Partner aus Flensburg die Klimaschutzstrategie „Masterplan 100 % Klimaschutz“ erstellt. Das Konzept soll aufzeigen, wie Kiel bis zum Jahr 2050 die Klimaneutralität erreichen kann und welche Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind.

1. Analyse des Status-Quo

Dieser Projektschritt umfasst die Bilanzierung des Energieverbrauchs sowie der Treibhausgasemissionen, die derzeit in der Landeshauptstadt verursacht werden und darüber hinaus eine Bewertung der bestehenden Anstrengungen und Maßnahmen für den Klimaschutz in Kiel.

2. Identifikation und Einbindung von Schlüsselakteuren

Für einen erfolgreichen Ablauf und die spätere Umsetzung des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ ist die Motivation und die Initiative für den kommunalen Klimaschutz einem möglichst großen Teil der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft nahezubringen und zum Mitmachen anzuregen.

Hierfür ist es notwendig, zentrale Akteure und Multiplikatoren - die Schlüsselakteure - für den Prozess zu identifizieren, zu aktivieren und für das weitere Vorgehen mit einzubinden.

3. Potentialanalyse

Basis für das Konzept zur CO2-Neutralität ist die Potentialanalyse aller lokal umsetzbaren Maßnahmen im Klimaschutz: Maßnahmen zur Reduzierung des Bedarfs an Energie, Maßnahmen zur effizienteren Nutzung der Energie und schließlich Maßnahmen zur 100 % regenerativen Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung.

Welche Maßnahmen können in welchem Umfang umgesetzt werden und welchen Beitrag zur Treibhausgaseinsparung können diese leisten? Diese Fragen werden im Rahmen der Potentialanalyse beantwortet.

4. Maßnahmenplan

Die im Rahmen der Potentialanalyse betrachteten Maßnahmen werden in der Folge zusammen mit Expert*innen und Bürger*innen in einen abgestimmten und übergreifenden Maßnahmenplan aufgenommen.

Wie die Maßnahmen zusammenwirken und welche Akteure für die Umsetzung zuständig sind wird im Rahmen von 13 thematischen Workshops unter breiter Beteiligung diskutiert und festgelegt.

5. Umsetzungsstrategien und Öffentlichkeitsarbeit

Zur Umsetzung der Maßnahmen zur vollständigen CO2-Neutralität im Jahr 2050 bedarf es der Mitarbeit und der Motivation der für die Umsetzung verantwortlichen Akteure und Bürger*innen.

Im Prozessschritt Umsetzungsstrategien und umsetzungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit werden daher Formate und Kampagnen entwickelt, um die Verantwortlichen für die Umsetzung von Maßnahmen zu motivieren, informieren und bei der Umsetzung zu unterstützen.

6. Maßnahmenkatalog

Der im Rahmen der Workshops entwickelte Maßnahmenplan wird in Szenarien aufeinander abgestimmt, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen und in welcher Kombination von Maßnahmen die Ziele des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ erreicht werden können.

Unterschiedliche Wege zur Zielerreichung können so miteinander verglichen werden, um daraus die Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Der auf diese Weise entwickelte Maßnahmenkatalog wird in Form von Maßnahmensteckbriefen übersichtlich aufbereitet.

7. Vorbereitung der Umsetzungsphase

Der letzte Teilschritt des Projekts ist die Vorbereitung der Umsetzungsphase. Ausgewählte Maßnahmen und Vorhaben (zum Beispiel die energetische Sanierung von Stadtquartieren) werden im Detail weiter ausgearbeitet.

Hierdurch wird eine weitere Grundlage für das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung sowie der beteiligten Akteure im Klimaschutz für die kommenden Jahre gelegt.

Die Prozess-Schritte im Überblick:
 

Die Prozessschritte als Grafik
Ein Klick ins Bild zeigt die Grafik größer.

Förderhinweis

Das Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ wird im Rahmen der 
„Nationalen Klimaschutzinitiative“ 

Logos Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie Nationale Klimaschutzinitiative

Förderkennzeichnen: 03KP0012

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.

Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative träge zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.