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Innerstädtisches Contracting

Innerstädtisches Contracting, auch Intracting genannt, ist ein 
Modell zur Finanzierung von Energie- und Wassersparinvestitionen in öffentlichen Gebäuden.

Im Dezember 1995 beschloss die Ratsversammlung zur Verbesserung der Energiestandards bei Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen städtischer Gebäude und zur langfristigen Kosteneinsparung, geeignete Maßnahmen durch Intracting zu fördern. Die Entscheidung über die Verwendung der Haushaltsmittel wurde der Energieleitstelle des Umweltschutzamtes übertragen.

Die „Philosophie“ des Intractings beinhaltet, dass die Maßnahmen sich nach spätestens 10 Jahren amortisiert haben und die eingesparten Energiekosten wieder dem Intracting bis zur Höhe der Anschubfinanzierung zufließen. Das geförderte Amt erstattet die Einsparungen an den „Intracting-Topf“ bis zur Höhe der Investitionskosten. Die Einsparungen der Folgezeit kommen dem Budget des Amtes zu Gute.

Darüber hinaus sollen Vorhaben, die im Rahmen von Programmen zur Energieeinsparung gefördert werden, Vorrang haben. Das Förderprogramm Intracting wurde bis 2003 mit 256.000 € jährlich finanziert. Seit 2004 trägt sich das Intracting durch die Rückerstattungen der Kosteneinsparungen bei Energie und Wasser selbst. Intracting ist damit ein Modell, das sowohl zur Entlastung des Haushalts als auch zur Erreichung gesetzter Klimaschutzziele beiträgt.

Tabelle Intracting 1997 - 2013
Tabelle Intracting 1997 - 2013

Bis zum Jahr 2012 sind 4,16 Millionen Euro in Intractingmaßnahmen investiert worden. Die berechnete Einsparung liegt bei ca. 427.700 Euro pro Jahr (ohne Dynamik der Energiepreise gerechnet), die Gesamtamortisationszeit damit bei ca. 9,72 Jahren.

2013 sollten bis zu vier Maßnahmen mit einer Finanzierungssumme von rund 1.000.000 Euro umgesetzt werden. Die Mittel hatten sich in den Vorjahren angesammelt, da beispielsweise durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung andere Maßnahmen bei der Umsetzung Priorität hatten und das Personal zahlenmäßig begrenzt ist. Der Schwerpunkt liegt 2013 mit 800.000 Euro in den Schulen beim Wärmeschutz für Geschossdeckendämmungen sowie der Servervirtualisierung im städtischen Rechenzentrum mit 80.000 Euro und einer besonders energieeffizienten raumlufttechnischen Anlage mit Wärmerückgewinnung im Städtischen Krankenhaus mit 90.000 Euro..

Beispielhaft wird hier eine besonders erfolgreiche Maßnahme vorgestellt, die 2008/2009 nach dem Vorbild von Hamburg durchgeführt wurde und Vorbild für alle Verwaltungen sein kann.

Cool Deal: Kühlschranktausch

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Alte Kühlschränke auszutauschen spart Energie

Der Austausch von alten und energieintensiven Kühlschränken gegen Energiespargeräte (Effizienzklasse A++) in städtischen Verwaltungen sollte möglichst im Verhältnis 2 : 1 erfolgen, also zwei alte Kühlschränke gegen einen neuen. Das war nicht durchgehend umzusetzen. Dennoch ist auch bei einem Verhältnis von 1 : 1 eine Stromeinsparung realisierbar. Es wurden Anfang 2009 insgesamt 118 Kühlschränke ausgetauscht. Die Maßnahme wurde mit 36.000 Euro aus Intractingmitteln finanziert. Durch den Austausch der alten Kühlschränke gegen energieeffiziente Geräte werden rechnerisch rund 30 MWh/a Strom eingespart und rund 24,4 t CO2 pro Jahr weniger emittiert.

Kontakt

Ansprechpartnerinnen:
Maarit Bebensee und Meike Gäthje
Umweltschutzamt
Telefon 0431 / 901-3756 & -3786
E-Mail maarit.bebensee@kiel.de, meike.gaethje@kiel.de

Stand: September 2013