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Mehr Vielfalt in der Gutslandschaft Schwartenbek

Landwirtschaftlich intensiv genutzte Landschaftsräume, wie die  Gutslandschaft Schwartenbek, sind arm an Biotopstrukturen. Die dort lebenden Tiere und Pflanzen sind einem hohen Nutzungsdruck ausgesetzt. Das Landschaftsbild bietet wenig Abwechslung.

Für das Umweltschutzamt war es eine große Herausforderung die von der Stadt unterzeichnete "Deklaration zur Verbesserung der kommunalen biologischen Vielfalt" für diesen Landschaftsraum in die Praxis umzusetzen.

Gutslandschaft Schwartenbek
Gutslandschaft Schwartenbek vor den
biotopgestaltenden Maßnahmen

Bereits bei der Aufstellung des Landschaftsplans wurde erkannt, dass die Gutslandschaft von Suchsdorf / Schwartenbek wenig naturnahe Bereiche aufweist und durch geeignete Biotopmaßnahmen aufgewertet werden sollte.

Die Umsetzung dieses Ziels stellte keine leichte Aufgabe dar, zumal die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Produktion nicht gefährdet werden sollen.

103 Bäume neu gepflanzt

Durch Flächenankauf und -tausch im Bereich Suchsdorf / Schwartenbek ist das Umweltschutzamt seit dem Jahr 2011 in der Lage auf stadteigenen Flächen verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt und zur Aufwertung des Landschaftsbildes umsetzen.

Auf neu angelegten bis zu fünf Meter breiten Randstreifen entlang von Wegen bereichern insgesamt 103 neu angepflanzte  Linden, Stieleichen, Hainbuchen und Ulmen das Landschaftserleben.

blühender Saumstreifen
Nachher: Angepflanzte Linden und
Saumstreifen im Sommer 2012

Entlang des Schwartenbeker Weges und des Weges in Richtung Lehmberg wurde begleitend zu den Baumreihen eine Wildpflanzenmischung regionaler Herkunft eingesät.

Das Artenspektrum dieser Wildplfanzenmischung fällt nicht nur durch ihre Blüten- und Farbenpracht ins Auge, sondern bietet auch einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Kleinlebewesen und Vögel.

Unter anderem trägt sie als Pollen- und Nektarspender zum Bienenschutz in Kiel bei.

Drei Kleingewässer neu angelegt

Ferner wurden sowohl in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals als auch im Bereich Lehmberg insgesamt drei Kleingewässer unterschiedlicher Größe angelegt. Diese entwickeln sich zu einem wertvollen Lebensraum für Amphibien und Wasservögel.

Kleingewässer
Kleingewässer am Nord-Ostsee-Kanal
sechs Monate...

Kleingewässer zweieinhalb Jahre nach der Anlage
...und zweieinhalb Jahre nach der Anlage

Der Fichten-Waldbereich am Lehmberg wird langfristig zu einem standortgerechten Laubmischwald umgebaut. Dazu wurden circa Zweidrittel der Fichten gefällt und im Frühjahr 2014 Jungpflanzen von Trauben- und Stieleiche, Wildkirsche, Ahorn und Ulme gesetzt. Die Neuanpflanzungen wurden durch einen Wildschutzzaun vor Wildverbiss gesichert. Gleichzeitig wurde die Waldfläche nach Westen hin sowie nordöstlich in Richtung des Kleingewässers vergrößert.

Bunker für Fledermäuse hergerichtet

Bereits im Jahr 2011 wurde der sich in dem Wald befindende Bunker als Überwinterungsquartier für Fledermäuse hergerichtet. Dazu wurden die Lüftungsschächte geschlossen, eine Öffnung zum Ein- und Ausfliegen der Tiere in die Tür geschweißt sowie diverse Winterquartiermöglichkeiten wie zum Beispiel Fledermaussteine und Trapezplatten eingebaut. Außerdem wurden Kalksandsteine so aufgeschichtet, dass Fugen offen bleiben.

Bunker von innen
Im Bunker gibt es Kästen, Trapezplatten und
Steinhaufen als Rückzugsorte für Fledermäuse 

Der Bunker wird von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Kiel betreut, die auch Führungen für Schulklassen anbietet.

Ansprechpartner seitens der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz:

Frank Pliquett

Telefon 0431 / 313716
E-Mail: frank.pliquett@gmx.de

Finanziert werden die Maßnahmen durch Ersatzzahlungen, die als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft nach dem Bundes- und Landesnaturschutzgesetz gezahlt wurden.

Maßnahmenübersicht
Übersicht: Maßnahmen Suchsdorf / Schwartenbek

Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Umweltschutzamt
Untere Naturschutzbehörde
Holstenstraße 108
24103 Kiel
Telefon 0431 / 901-3711
E-Mail sabine.leibnitz@kiel.de