Landeshauptstadt Kiel Kiel.Sailing.City

Mobilitätsverhalten in Kiel

Aktuelle Daten zum Verkehrsverhalten in Städten und Regionen stellen eine wesentliche Grundlage für eine zukunftsorientierte, strategische Verkehrsplanung, beispielsweise in der Verkehrsentwicklungsplanung, dar. 

Die Landeshauptstadt Kiel hatte sich 2013 am Forschungsprojekt 
'Mobilität in Städten - SrV 2013' beteiligt. SrV steht für ‚System repräsentativer Verkehrsbefragungen‘. Zusammen mit Kiel hatten sich 2013 auch die Stadt Neumünster und die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde beteiligt.
 

Verkehrsmittelwahl - Modal Split

Aufschluss, welche Verkehrsmittel für Wege im privaten Personenverkehr verwendet werden, gibt der sogenannte "Modal Split“. Er gibt die prozentuale Aufteilung der Wege der Wohnbevölkerung mit verschiedenen Verkehrsmitteln wieder.

Für Kiel ergibt sich im Vergleich mit der SrV2008 und einer Haushaltsbefragung 2002 folgendes Ergebnis:

Vergleich Modal Split 2002, 2008, 2013
Vergleich Modal Split 2002, 2008, 2013

Im Mittel werden 3,8 Wege pro Person und Tag zurückgelegt. Gegenüber den Vorjahren bedeutet dies eine deutliche Steigerung und ist im Wesentlichen durch verbesserte Befragungsmöglichkeiten bedingt.

Diese deutlich höhere Wegeanzahl hat vor allem Auswirkungen auf den Radverkehrsanteil der von 21 Prozent in 2008 auf 17 Prozent im Jahr 2013 zurück gegangen ist.

Der Rückgang des Radverkehrsanteils in Kiel ist auf den ersten Blick verwunderlich, da in den letzten Jahren viel in die Radverkehrsinfrastruktur investiert wurde.

Bei genauerem Hinsehen lässt sich dieser Rückgang erklären: Die verbesserten Befragungsmöglichkeiten (unter anderem Onlinefragebogen mit Einbindung von Google Maps) haben dazu geführt, dass Unplausibilitäten aufgefallen sind und viele Wege dokumentiert wurden, die in früheren SrV-Durchgängen  nicht erfasst wurden. Dies betrifft insbesondere Fußwege (zum Beispiel Spaziergänge) und die genauere Erfassung verknüpfter Aktivitäten wie etwa Arbeit - Einkaufen - Wohnen.

Deshalb sind deutlich mehr Autofahrten und Fußwege dokumentiert worden. Auf Grund der verbesserten Befragungsmöglichkeiten wurden dagegen keine zusätzlichen Rad- und ÖPNV-Fahrten dokumentiert. 

Modal Split - absolute Aufkommenswerte
Modal Split - absolute Aufkommenswerte

Dieser Effekt hat dazu geführt, dass der Radverkehrsanteil abgenommen hat, aber die absolute Anzahl der Wege von 157.000 beziehungsweise 159.000 nahezu konstant geblieben ist.

Der Modal Split für den ÖPNV ist mit 10 Prozent konstant geblieben. Bezogen auf absoluten Aufkommenswerte, kommt es zu einer Steigerung der ÖPNV-Fahrten von 75.000 auf 92.000 am Tag. Damit ist das Niveau von 2002 fast wieder erreicht.

Die Steigerungen im Fußverkehr und im Kfz-Verkehr sind dagegen hauptsächlich auf die zusätzlich dokumentierten Wege auf Grund der verbesserten Befragungsmöglichkeiten zurück zu führen.

Ergebnisse zum Herunterladen

Weitere Ergebnisse auch für die sechs Kieler Teilbereiche stehen zum Herunterladen zur Verfügung.
 

Ergebnisse SrV2013

Mobilitätssteckbrief Kiel
 
Modal Split Teilräume in Kiel
 
Methodenbericht der TU Dresden
 

Frühere Ergebnisse: 

Mobilität in Städten SrV 2008 - Mobilitätssteckbrief Kiel oder
'Mobilität in Städten - SrV 2008'
 
Broschüre Mobilität in der Region Kiel (Ergebnisse 2002)