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Elektronikerin / Elektroniker Fachrichtung Betriebstechnik

Die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsbeginn am 1. August 2017 ist abgelaufen.

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Energie einsetzen, Versorgung sicher stellen

Ohne Strom läuft (fast) nichts. Nicht nur private Haushalte benötigen Energie für Licht, Heizungsanlagen und alle elektrischen Geräte vom Mixer bis zum Computer. Auch in jedem Industriebetrieb müssen die elektrisch gesteuerten Maschinen, Anlagen und Antriebssysteme mit Strom versorgt, programmiert, gesteuert und gewartet werden, um einen reibungslosen Produktions-, beziehungsweise Betriebsablauf zu garantieren. Dies ist die Aufgabe von Elektroniker/innen für Betriebstechnik.

Im Klärwerk Bülk bei Strande werden jährlich 13 Gigawatt Strom verbraucht. Auf dem anderthalb Quadratkilometer großen Gelände landen täglich etliche Kubikmeter Abwasser aus Kiel und dem Umland. Unzählige unterirdische Pumpstationen befördern sie auf das idyllisch im Grünen gelegene Gelände zur Reinigung und Aufbereitung in Fußballfeld große Becken. Die Abwässer durchlaufen verschiedene Reinigungsstufen: Vorklärung, mechanische und biologische Reinigung, Gasaufbereitung oder Energiegewinnung durch Nutzung der Abfallstoffe. Die Rohre, Pumpen, Filteranlagen und mechanischen Systeme im Klärwerk sind alle automatisiert und 24 Stunden nonstop im Einsatz.

Ausfälle von Betriebsanlagen verursachen hohe Kosten, daher müssen die Wartungsarbeiten schnell und im Schichtdienst durchgeführt werden, um Stillstände zu minimieren. Deshalb haben Elektroniker/innen für Betriebstechnik (hier: Klärwerkstechnik) mit Installation, Wartung und Instandsetzung dieser Anlagen ständig alle Hände voll zu tun.

Ist über Nacht ein Motor durchgebrannt? Ist die Rohschlammpumpe gestört? Funktionieren die Fühler auf den Rohrleitungen des Trockenlaufschutzes? Wie steht es mit Sensoren, etwa dem Ultraschallgerät, das den Wasserstand misst, bevor die Pumpen ein Becken leeren können? Muss eine neue Pumpe in Betrieb gehen oder einzelne elektronische Bauelemente leistungsmäßig erhöht werden? Mal haben es die Betriebselektroniker/innen mit 24 Volt, mal mit 10.000 Volt zu tun.

Bei Störungen oder Fehlermeldungen suchen Elektroniker/innen für Betriebstechnik umgehend die Ursache für das Problem, oft mit detektivischem Spürsinn. Sie lesen die zum Teil nur auf Englisch vorliegenden Herstellerangaben, führen Prüfungen, Messungen, Reparaturen und Programmierungen durch. Über die Vorgehensweisen sprechen sie sich stets mit Kollegen und Kolleginnen und ihren vorgesetzten Meistern, Elektrotechniker/innen und Elektroingenieurinnen und -ingenieuren ab. Für eventuelle Umbauten lesen und zeichnen sie Schaltpläne, berechnen Mengen und erforderlichen elektrischen Werte der Bauteile und bestellen sie.

Elektroniker/innen für Betriebstechnik sind in allen Industriebereichen tätig, in denen Produktionsanlagen betrieben oder gebaut werden. Im Klärwerk Bülk sorgen sie verantwortungsbewusst mit für einen reibungslosen Ablauf der Abwasseraufbereitung. Denn ohne die Aufrechterhaltung der elektrischen Funktionen würde den Kielerinnen und Kielern das Wasser buchstäblich bis zum Hals stehen.
 

Voraussetzungen

  • guter Realschulabschluss
  • gutes technisches Verständnis
  • gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und technischem Zeichnen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • feinmotorisches Geschicklichkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

 
Ausbildungdauer

Dreieinhalb Jahre
 

Ausbildungsorte

Praxis:
Die Praxis wird im Klärwerk Bülk in der Nähe von Kiel/Strande vermittelt
Theorie:
Die Theorie wird im Blockunterricht an den Beruflichen Schulen Kiel-Gaarden vermittelt. Die Prüfungsvorbereitung findet in den Stadtwerken Kiel statt.
 

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung gliedert sich in Kernqualifikationen, die allen industriellen Elektroberufen gemeinsam sind, und die jeweiligen Fachqualifikationen. Die Kernqualifikationen werden über den gesamten Ausbildungszeitraum zusammen mit den jeweiligen berufsspezifischen Fachqualifikationen integriert vermittelt.

An gemeinsamen Kernqualifikationen lernen die Auszubildenden beispielsweise:

  • Arbeitsabläufe und Teilaufgaben unter Beachtung rechtlicher, wirtschaftlicher und terminlicher Vorgaben zu planen, bei Abweichungen von der Planung Prioritäten zu setzen
  • Baugruppen zu montieren und zu demontieren sowie Teile durch mechanische Bearbeitung anzupassen
  • Steuerungen und Regelungen hinsichtlich ihrer Funktion zu prüfen und zu bewerten
  • Gefahren, die sich aus dem Betreiben elektrischer Geräte, Betriebsmittel und Anlagen ergeben, zu beurteilen und durch Schutzmaßnahmen die sichere Nutzung zu gewährleisten
  • Hard- und Softwarekomponenten auszuwählen, IT-Systeme in Netzwerke einzubinden
  • Informationsquellen und Informationen zu recherchieren und zu beschaffen, Datenbankabfragen durchzuführen, Informationen zu bewerten
  • Dokumente sowie technische Regelwerke und berufsbezogene Vorschriften, auch in Englisch, auszuwerten und anzuwenden
  • Kalkulationen nach betrieblichen Vorgaben durchzuführen
  • Vorstellungen und Bedarf von Kunden zu ermitteln, Lösungsansätze zu entwickeln und Realisierungsvarianten anzubieten

Während der beruflichen Fachausbildung lernen sie beispielsweise:

  • vorhandene Anlagen der Betriebstechnik zu beurteilen, Anlagenänderungen und -erweiterungen zu entwerfen, Stromkreise und Schutzmaßnahmen festzulegen, Komponenten und Leitungen auszuwählen
  • Einschübe, Gehäuse und Schaltgerätekombinationen zusammenzubauen und aufzustellen, Schaltgeräte einzubauen, zu verdrahten und zu kennzeichnen
  • Haupt- und Hilfsstromkreise in Betrieb zu nehmen
  • Baugruppen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik hard- und softwaremäßig einzustellen, anzupassen und in Betrieb zu nehmen
  • Systeme zu inspizieren, Funktionen von Anlagen und Sicherheitseinrichtungen zu prüfen sowie Prüfungen zu protokollieren
  • Serviceleistungen anzubieten, durchzuführen und zu dokumentieren
  • Verbrauchsdaten von Energie und Betriebsmitteln zu erfassen, Ursachen bei Abweichungen vom Sollwert festzustellen

Außerdem erweitern beziehungsweise vertiefen die Auszubildenden ihre Fertigkeiten und Kenntnisse in mindestens einem der folgenden Einsatzgebiete:

  • Energieverteilungsanlagen/-netze
  • Gebäudeinstallationen/-netze
  • Betriebsanlagen, Betriebsausrüstungen
  • produktions-/verfahrenstechnische Anlagen
  • Schalt- und Steueranlagen
  • elektrotechnische Ausrüstungen

Das Einsatzgebiet wird vom Ausbildungsbetrieb festgelegt.

In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:

  • elektrotechnische Systeme analysieren und Funktionen prüfen
  • elektrische Installationen planen und ausführen
  • Steuerungen analysieren und anpassen
  • informationstechnische Systeme bereitstellen
  • Elektroenergieversorgung und Sicherheit von Betriebsmitteln gewährleisten
  • Geräte und Baugruppen in Anlagen analysieren und prüfen
  • Steuerungen für Anlagen programmieren und realisieren
  • Antriebssysteme auswählen und integrieren
  • gebäudetechnische Anlagen ausführen und in Betrieb nehmen
  • energietechnische Anlagen errichten und instand halten
  • automatisierte Anlagen in Betrieb nehmen und instand halten
  • elektrotechnische Anlagen planen und realisieren
  • elektrotechnische Anlagen instand halten und ändern

 

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 1. Februar 2017 (brutto)
1. Ausbildungsjahr: 918,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 968,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.014,02 Euro
4. Ausbildungsjahr: 1.077,59 Euro
 

Auswahl

Ein Betriebspraktikum im Klärwerk Bülk ist zu empfehlen. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen sich zunächst einem Einstellungstest unterziehen, der verschiedene Fähigkeiten beruflicher Eignung umfasst, zum Beispiel Wahrnehmungsgenauigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, rechnerische Fähigkeiten und feinmotorische Geschicklichkeit. Außerdem sollten sie einen Fragenkatalog beantworten und kleinere Aufgaben lösen können. Nach einem erfolgreichen Test werden die Ergebnisse durch ein Vorstellungsgespräch und die eingereichten Bewerbungsunterlagen zu einem Gesamtbild ergänzt, das die Grundlage für eine Einstellungsentscheidung bildet. Im Sinne des Jugendschutzgesetzes ist ein Einstellungsalter ab 16 Jahren ideal.
 

Perspektive nach der Ausbildung

Nach zweijähriger Tätigkeit als Geselle besteht die Möglichkeit zur Meisterprüfung. Als Meister ist es möglich, sich mit einem eigenen Servicebetrieb selbstständig zu machen. Personen mit Hochschulzugangsberechtigung können ein Studium in Erwägung ziehen.

Weitere Informationen unter: berufenet.arbeitsagentur.de

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Nicole Wandel

 
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Nicole Wandel
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