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Equal Pay Day 2017

Warum verdient eine Ärztin mit gleicher Qualifikation 30 Prozent weniger als ihr männlicher Kollege? Im IT-Bereich erhalten Frauen 11 Prozent weniger Lohn als Männer auf einer ähnlichen Position.

Der über alle Branchen hinweg geltende geschlechtsspezifische Entgeltunterschied (Gender Pay Gap) beträgt aktuell in Deutschland 21 Prozent.

„Das ist nicht gerecht“, sagt Helga Rausch, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Kiel.

Informationsveranstaltung am 18. März

Zwei rote Luftballons mit der Aufschrift Equal Pay Day

Um auf diese Ungerechtigkeit hinzuweisen, veranstaltete das Referat für Gleichstellung der Landeshauptstadt Kiel gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnerinnen eine Aktion an der Schevenbrücke / Ecke Holstenstraße.

Zum Equal Pay Day, am Sonnabend, 18. März, informierten die Veranstaltenden von 11 bis 13 Uhr über die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern und diskutieren die möglichen Ursachen dafür.

Auch die Sozial- und Gleichstellungsministerin des Landes Schleswig-Holstein Kristin Alheit unterstützte die Aktion vor Ort und kam mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch.

Die Landeshauptstadt Kiel zeigt jährlich Flaggen

Rote Flaggen auf dem Balkon des Oberbürgermeisters am Kieler Rathaus
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Jedes Jahr zum Equal Pay Day hisst die Landeshauptstadt Kiel Flaggen
auf dem Balkon des Oberbürgermeisters    Foto: Landeshauptstadt Kiel - Thorsten Chall

Häufig gefragt: FAQ zum Equal Pay Day

Was genau ist der Equal Pay Day und worauf weist er hin?

Der Tag macht in diesem Jahr zum zehnten Mal auf die ungleiche Entlohunung von Frauen und Männern aufmerksam und steht 2017 unter dem Motto „endlich partnerschaftlich durchstarten“.

Hier finden Sie häufige Fragen und die Antworten zum Equal Pay Day auf einen Blick.

Wie hoch ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen?

In Deutschland beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent.

Wann ist der Equal Pay Day in Deutschland?

2017 ist der Equal Pay Day am 18. März.

Das Datum variiert jährlich sowie international, da das jeweilige Datum sich an den gegenwärtigen Lohnunterschieden in den einzelnen Ländern und den aktuellen Entwicklungen orientiert.

Leider ist der Equal Pay Day seit Jahren mehr oder weniger konstant im März.

Warum ist der Equal Pay Day ausgerechnet an diesem Tag?

„Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des EPD am 18. März 2017.“ www.equalpayday.de/ueber-epd/

„Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum sogenannten Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten.“ www.frauen.verdi.de/aktionstage/equal-pay-day

Was sind die Gründe für den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied?

  • „Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter: Obwohl Frauen heute - statistisch gesehen - besser ausgebildet sind als Männer, ergreifen Frauen noch immer verstärkt frauendominierte Berufe in den Bereichen Erziehung und Pflege und fehlen weiterhin in den MINT-Berufen. Daneben steigen Frauen nicht so häufig auf der Karriereleiter auf wie Männer.
  • Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt zum Beispiel durch Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer. Diese „Fehlzeiten“ und darauf folgende Einstiegshemmnisse haben lang nachwirkende Einbußen bei Lohn- und Einkommensentwicklung zur Folge, was sich bis in die Rentenphase durchzieht.
  • Frauentypische Berufe sind weiterhin unterbewertet. Aufwertung dieser Berufe heißt, die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Werts von frauendominierten Berufen zu erhöhen und die Bezahlung dieser Berufe zu stärken. www.equalpayday.de/ueber-epd/

Was ist das Ziel der Veranstaltenden?

Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheiderinnen und Entscheider zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt.“ www.equalpayday.de/ueber-epd/

Wie viel haben Frauen weniger im Portemonnaie?

  • 21 Prozent beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied (Gender Pay Gap) 2017 in Deutschland im Durchschnitt.
  • 30 Prozent verdienen Medizinerinnen weniger im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. 11 Prozent beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied im IT-Bereich.
  • 6 Prozent der Väter in Deutschland sind in Teilzeit berufstätig. Die Teilzeitquote der Mütter in Deutschland beträgt 70 Prozent.
  • 16,20 Euro ist der vom Statistischen Bundesamt errechnete durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen im Jahr 2015, während Männer auf durchschnittlich 20,59 Euro kamen.

Ist das gerecht?

Der sogenannte „bereinigte“ Gender Pay Gap berücksichtigt bei der Ermittlung des Entgeltunterschieds Merkmale wie Berufserfahrung, Arbeitszeiten, Berufe und Branchen.

Werden diese Merkmale herausgerechnet, ergibt sich immer noch ein Verdienstunterschied von durchschnittlich sechs Prozent. 

Das ist immer noch ungerecht!


Auch Frauen, die keine Familienverantwortung haben, verdienen sechs Prozent weniger, nur weil sie Frauen sind.


Die Diskriminierung von Frauen sorgt also noch heute dafür, dass Frauen weniger Geld im Portemonnaie haben.

Bei Reduzierung der Arbeitszeit aufgrund der Übernahme von Familienverantwortung riskieren Frauen ihren beruflichen Erfolg und einen Entgeltunterschied von durchschnittlich 21 Prozent.

Die FAQ finden Sie auch gesammelt in einem Faltblatt. 

Sie können es hier herunterladen.

Noch mehr Informationen zum Equal Pay Day finden Sie auf www.equalpayday.de.

Veranstaltende

  • Frauenbündnis Kiel
  • Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V.
  • Gleichstellungsbeauftragte der Fachhochschule Kiel
  • Gleichstellungsbeauftragte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
  • IG Metall Kiel-Neumünster
  • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche
  • LandesFrauenRat Schleswig-Holstein e.V.
  • Referat für Gleichstellung der Landeshauptstadt Kiel
  • ver.di Bezirk Kiel-Plön