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Von Ellerbek bis Wellingdorf: Standorte der Kieler Fischereiwirtschaft

Anlandung am Seefischmarkt im April 1960
Anlandung am Seefischmarkt im April 1960

Schon im 18. Jahrhundert war Kiel für seine geräucherten Sprotten bekannt. Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier über 40 Fischräuchereien, die ihre Waren ins ganze Deutsche Reich versandten. Der wichtigste Fischereiort war Ellerbek, ein Dorf in direkter Ufernähe, das wegen seiner idyllischen Lage am Strand auch als Ausflugsort beliebt war.

Plakat aus dem Jahr 1931
Plakat aus dem Jahr 1931

Kieler Sprotten
Kieler Sprotten

Als Kiel 1865 Marinestandort wurde, entstanden entlang des Förde-Ostufers große Werften, deren Anlagen bald den gesamten Küstenstreifen von der Hörn bis zur Schwentine einnahmen. Die alte Fischersiedlung Ellerbek musste dafür weichen. Die Kieler Räuchereien, die nun den Fisch vorwiegend aus Skandinavien bezogen, blühten mit dem gründerzeitlichen Wirtschaftsboom mehr und mehr auf. In den 1920er Jahren stellten sich viele dieser Betriebe auf die Herstellung von Vollkonserven um. Während der 1930er Jahre war Kiel einer der wichtigsten Standorte für die Dosenfischproduktion im Deutschen Reich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man an der Schwentinemündung einen neuen Seefischmarkt, mit dem Fischanlandung, Handel und Verarbeitung gebündelt wurden. Erstmals stationierte man hier auch eine Hochseefischereiflotte in Kiel. Doch der Standort hielt der Konkurrenz der Nordseehäfen nicht stand und die Fischfabriken zogen nach und nach aus Kiel ab. Heute ist im Gewerbegebiet Seefischmarkt unter anderem das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR ansässig.

Bildmaterial: Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum

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